4 Tage Wanderritt zu Pfingsten 2016

- EIN ABENTEUER PUR -

 

Wie viele wissen, hatten sich Felicitas mit Aladin und Ingrid mit Santos vorgenommen, den Gestütswanderweg von Neustadt/Dosse nach Redefin zu erkunden.

Gesagt, getan, alle Vorbereitungen wurden getroffen, Termin festgelegt, im Internet gestöbert, Landkarten ausgedruckt und GPS auf dem Handy installiert. Vorher kontaktierten wir noch mit Susi aus Neustadt, die für den Tourismus zuständig ist. Sie buchte für uns die Übernachtungen und vor allen Dingen Unterkunft-Ställe für unsere Pferde, ebenso regelte sie. dass unser Gepäck immer von Unterkunft zu Unterkunft gebracht wurde.

Pfingstmontag war es dann soweit. Die Pferde wurden verladen und Walter fuhr uns nach Neustadt. Treffpunkt Gestütswanderweg.

Bisher waren wir cool, aber jetzt machte sich doch ein Kribbeln in Magen breit. Abritt um 10 Uhr zur ersten Etappe.

Der Reitweg führte immer neben der Dosse entlang, unsere Pferde kamen aus dem Staunen nicht heraus, da das Wasser in der Sonne glitzerte. Das hatten sie noch nicht gesehen. Eine schmale Holzbrücke wurde passiert, aber alles war ok. Santos ging voraus.

Schließlich mussten wir ein wenig einkürzen, den wir haben uns mehrere Male verritten und mussten immer wieder zurückreiten (bis 4 km). Wir hatten uns auf die Ausschilderung Gestütsweg verlassen. Die Schilder fehlten aber zum Teil und die Landkarte war zu klein!! Jedenfalls sind wir gegen 18:45 Uhr in Damelack angekommen nach 9,5 Std. im Sattel!!

Die supernetten Quartiersleute warteten schon und hatten für den Nachmittag einen Kuchen gebacken. Dann wurden erst einmal die Pferde in sehr guter Boxenunterkunft versorgt.

Wir hatten natürlich einen Bärenhunger, den wir hatten seit morgens nichts gegessen.

2.Tag - Etappe nach Plattenburg

Nach dem Frühstück wurden die Pferde fertig gemacht und weiter ging es. Nach ca. 500 m führte der Weg über eine Eisenbahnbrücke (ICE Linie) aber wir hatten schon vorher entschieden abzusteigen und die Pferde zu führen, was sehr gut ging. Denn wir hatten schon die Erfahrung gemacht, dass Auto- und LKW-Fahrer auf der Landstraße keine Rücksicht nehmen oder langsamer fahren, es war stellenweise schon gefährlich. Wir sind aber sehr stolz auf Aladin und Santos, die immer cool auf der Landstraße blieben, selbst wenn uns LKW´s überholten. Zum Ziel der zweiten Etappe - die Plattenburg - sind wir 4 km Landstraße geritten!!! Haben 3 x auf die Landkarte geschaut, weil wir nicht glauben konnten, dass das der Reitwanderweg ist. Sind durch viele kleine Orte geritten, kein Bäcker, kein Imbiss, keine Tankstelle - also gab es wieder nichts zu Essen.

In der Plattenburg angekommen, fanden wir für uns eine gute Unterkunft. Aber der  als Wanderreitstation ausgewiesene Pferdestall war schmutzig!! Vor allem es gab kein Wasser, wir organisierten, dass der Koch von der Plattenburg uns Wasser aus der Küche brachte. Keine Möglichkeit zum Anbinden der Pferde. Santos habe ich dann an die Straßenlaterne gebunden um ihn abzusatteln.

Santos war im Stall cool. Aladin hatte aber die ganze Nacht nicht gefressen und gesoffen, da vor seinem Boxenfenster ein Volaire mit Papageien war, die kreischten und sonstige Geräusche von sich gaben. Also machten wir uns SORGEN!!

Nächsten Morgen führte wir die Pferde auf die Wiese, Aladin trank und fraß und alles war vergessen, aber er war doch etwas eingefallen durch den Stress. Wir meinten, Walter macht das schon, wenn wir wieder zu Hause sind.

3,Tag - Etappe nach Groß-Breese

Landschaftlich war es der schönste Abschnitt. Durch traumhafte Wälder und Wiesen, super Wege, keinen Menschen getroffen, dafür aber Kuhherden, das fanden beide Pferde nicht so prall!!! In Groß-Breese angekommen hatten wir ein schönes Hotelzimmer, Pferdeboxen mussten wir selbst herrichten, da die Quartierswirtin dachte, sie kommen auf die Weide. Aber da unsere Pferde das nicht kennen, hätten sie die ganze Nacht Gras gefressen.  KOLIK!!! Deshalb hatte ich immer Boxen gebucht.

Hatten einen mauligen Hotelwirt, aber das Abendessen war Spitze. Wir waren die einzigen Gäste. Im Stallquartier haben wir sehr nette Kutschleute getroffen die mit zwei Kaltblütern unterwegs waren und die den Gestütsweg schon gefahren und geritten waren. Also wurden gleich Informationen ausgetauscht und Landkarten gewälzt.

Am vierten Tag gegen 10:30 Uhr starteten wir zur 4. Etappe. Da wieder viel Straße dabei war, beschlossen wir nur den schönen Waldteil zu reiten und abzukürzen.

Inzwischen hatten wir mit Walter telefoniert und mit ihm abgesprochen, wo wir uns treffen wollten, damit wir verladen und heimfahren konnten. Als wir gerade wieder eine Autobahnbrücke passierten fuhr er plötzlich hinter uns. Die Freude war riesengroß, stellt es Euch  in etwa so vor, wie wenn der Ehemann in letzter Minute zur Trauung erschienen ist!!!

Abschließend sei zu sagen, es war ein tolles Erlebnis. Ich bin schon viel geritten, aber abends immer wieder zu Hause gewesen, aber wenn man morgens los reitet und nicht weiß, wo man abends seine Füße ausstrecken kann und die Pferde unterbringt, ist es schon anders. Besonderen Dank an unsere Pferde, die zu Kameraden und Kumpels wurden  und es ist noch eine engere Beziehung entstanden.

Wir haben uns vorgenommen, im Spätsommer nochmals vier Tage den Gestütsweg zu reiten.

Wir nehmen uns den von KATHI gesendeten Spruch zu Herzen:

Die Mongolen sagen:  Wenn man nicht mehr reiten kann stirbt man!!

Nochmals danke Aladin, danke Santos, Ihr ward tolle Weggefährten, schön dass wir Euch haben!!!!

 

Ingrid

 

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