Januar 2022 - Pferdehimmel

 

 

Eine sehr traurige Nachricht:
 

Anfang des Jahres ist Max und 4 Tage später Berni

von uns gegangen.

 

 

Sie galoppieren jetzt gemeinsam auf immergrünen Wiesen.

 

Lest die Geschichten von den besonderen Ponys......

 

In Gedenken an Max und seinen besten Kumpel Berni

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich."

- Dietrich Bonhoeffer -

Genau das war Max für jeden von uns: Ein Geschenk. Ein Geschenk voller Überraschungen. Ein so tolles Pony, dass es gar nicht in Worte zu fassen ist. Einzigartig in seinem Charakter, mit so viel Charme, dass er es einem sofort angetan hat. So witzig in seinen Aktionen, dass er einem immer ein Lächeln ins Gesicht zauberte und so beständig, dass man sich immer auf ihn verlassen konnte.

Es schmerzt sehr, dass wir ihn verloren haben und dass er mit seinem besten Kumpel Berni nicht mehr unter uns weilt. Es ist schwer das zu begreifen, da die beiden vom Ponyhof nicht wegzudenken sind. Sich daran zu gewöhnen, dass die zwei einen nicht mehr vorne im Paddock begrüßen, wenn man den Ponyhof betritt oder nicht mehr tobend über den Berg flitzen und so jeden dazu zu bringen, sich das Toben voller Freude anzuschauen, ist fast unmöglich. Aber wie schön ist es doch anderseits zu erkennen, dass die Beiden so viel mehr waren als nur Ponys. Sie waren eine Bereicherung für jeden von uns. Haben einem schlechten Tag etwas Gutes gegeben und konnten einem allein durch Ihre Anwesenheit Freude schenken. Ingrid sagte immer so schön: „Die beiden können lesen und schreiben." Und das stimmte. Sie waren einfach außergewöhnlich. Es tut weh daran zu denken, dass wir das perfekte Duo nicht mehr gemeinsam in Aktion erleben werden. Diesen Schmerz kann man gar nicht in Worte fassen. Aber er ist einfach da.

Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar für diejenigen ist, die so was noch nicht erlebt haben, aber Max war für mich so was wie ein „bester Freund" oder viel mehr jemand, der aus dem Leben nicht weg zu denken ist. Jemand, der dir immer zur Seite steht. Ein einzigartiger Charakter. Jemand der dir überall hin folgt. Er hat mich während meiner gesamten Kindheit mitbegleitet und so auch alle Phasen, durch die ich gegangen bin bereichert, egal ob gute oder schlechte Zeiten. Auch hat er wirklich jeden Spaß mitgemacht. Ob bei unzähligen Ponyspielen, Putzwettbewerben, Quadrillen, Hausturnieren, Longenstunden, ohne-Sattel-Reitstunden, langen Spaziergängen, verkleidet an Fasching oder Halloween, als Täten-Pferd, wo er die Abteilung angeführt hat, bei Ponyhoffesten oder auch den Pirat zu spielen beim Piratenfest. Überall war er dabei. Und lass dir Eins sagen: Max, du warst der beste Pirat!

Er war genauso liebenswürdig wie zuverlässig. So hat er in so vielen Kindern, an der Longe, die Begeisterung für das Reiten geweckt, konnte viele durch herausragende Leistungen bei den Ponyspielen zum Treppchenplatz verhelfen und Kinder durch verschiedene Prüfungen tragen. Und er war ein Kämpfer. Ein unfassbar starker Kämpfer, der schon Einiges durchmachen musste, aber immer wieder stärker zurückgekommen ist.

Wir durften zusammen so viel erleben, so viele Dinge zusammen das erste Mal erleben. Zusammen kuscheln, Spaß haben, lachen und auch zusammen weinen. Und immer warst Du da. Imme warst Du an meiner Seite. Immer warst Du die tröstende Schulter, die einem Kraft gegeben hat weiterzumachen.

Max: Du hast mich jeden Tag dazu gebracht Dich noch mehr in mein Herz zu schließen und zu lieben, genauso wie du Walters und Ingrids Ponyhoftage bereichert hast, die nötige Kraft gegeben hast und Ihnen so jeden Tag versüßen konntest. Auch hast du jedem Freund des Ponyhofs durch Deine tägliche gute Laune, liebenswürdige Art und Verwegenheit ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Max du wirst immer in unseren Herzen bleiben.

Und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die so denkt. Max hatte so viele Fans. So viele, die ihre freie Zeit am liebsten mit ihm verbracht haben.

Ich erinnere mich an zahlreiche Ponyspiele, die Max mit seinen ReiterInnen erfolgreich gemeistert hat und die strahlenden Gesichter, wenn sie das erste Mal geschafft haben, mit ihm zu galoppieren, genauso wie ich mich an diese Momente erinnere, als ich sie mit ihm erleben durfte. Ich denke gerne an die kleinen Kinder, die gerade Ihre erste Stunde auf Max hatten und danach zu mir kamen und meinten: „Max ist jetzt mein Lieblingspony." Ja, er war von so vielen der Liebling und er war auch wirklich der beste und konnte jeden nach nur kurzer Zeit davon überzeugen. Dein Platz wird immer Dein Platz bleiben. Und auch wenn Du nicht mehr da bist, nimmst Du noch genau den gleichen Platz in unseren Herzen ein.

Und wer mit Max vereint war, der wusste auch, dass Berni nicht weit entfernt ist und die beiden Kumpels am Ende des Tages immer zusammen sind, wie auch jetzt.

Es ist wirklich wunderschön zu wissen, dass wir die Erinnerung an beide immer in unseren Herzen tragen werden und sie somit bei uns sind. Denn die zwei kann man nicht vergessen. Sie waren einmalig, ein unvergessliches Duo, die wohl auch im Pferdehimmel ihre neuen Fans mit Ihrer unfassbaren Art in ihren Bann ziehen werden.

Wir trauern um Euch, können im gleiche Zuge aber auch unsere Dankbarkeit aussprechen. Wir sind dankbar, dass es Euch gab, dass wir Euch kennenlernen durften und dass Ihr jeden Tag an unserer Seite wart. Ebenso sind wir Ingrid und Walter dankbar, die alles für Euch getan haben. Bis zur letzten Sekunde.

Ihr wart die Besten! Wir werden Euch niemals vergessen!

Chiara

Max (wurde 34 Jahre alt)

Berni (wurde 36 Jahre alt)

   

Chiara mit Max

Hanna mit Berni und Max

   

 

Max ist ein STAR...

 

Max ist ein STAR, jetzt im Himmel, zuvor 34 Jahre bei uns auf der Erde. Und er wird immer ein STAR bleiben. Zumindest in meinem Herzen – und vielleicht ja auch in euren.

 

Wie soll ich euch nun dieses Ausnahmepony beschreiben, um damit unserem Mäxchen auch gerecht zu werden? Das Beste wird sein, wenn ich euch UNSERE Geschichte erzähle, die Geschichte einer großen Liebe, die vor 29 Jahren begann, die Geschichte von Mäxchen und mir.

 

Als 11-jähriges Mädchen kam ich zum Ponyhof, weitestgehend ohne Reiterfahrung, aber auf der Suche nach einem Pflegepony. Jedoch waren damals alle Pflegeponys schon „belegt“. Bis auf Mäxchen. Aber Mäxchen stand in dem Ruf, recht wild und auch ein wenig ungestüm zu sein. Außerdem würde er ständig seine Reiter abwerfen und er sei sowieso sehr frech. Nachdem ich diese Informationen verdaut hatte, entschloss ich mich dazu, es trotzdem zu „wagen“. Somit wurde Mäxchen mein Pflegepony. Und es stellte sich schnell heraus, dass es eine großartige Entscheidung war, es mit Mäxchen zu versuchen. Von heute auf morgen waren wir unzertrennlich. Denn es war der Beginn einer unglaublich großen Liebe, die bis heute anhält.

 

Ja, Mäxchen war manchmal etwas wild und er war gewiss auch frech und ab und an stürmisch. Auch

bin ich unzählige Male von ihm runtergefallen. Aber was soll´s. Denn zugleich war Mäxchen auch

unglaublich liebenswert, treu, witzig, aufmerksam, klug, charmant, schön, gelehrig und verschmust.

 

Meine Eltern kannten mich fortan eigentlich nur "stinkend" (so mein Vater) und in Reithosen. Wenn ich an sechs Tagen in der Woche auf dem Ponyhof war, war das definitiv einer zu wenig. Hauptgrund dafür war nur einer - Mäxchen. Nichts zwar schöner, als wiehernd von Mäxchen am Koppelzaun begrüßt zu werden. Neben all seinen wundervollen charakterlichen Eigenschaften war Mäxchen aber auch unheimlich elegant und ausdrucksvoll. Als ich für Mäxchen noch nicht zu groß war und ich ihn noch reiten durfte, ist er manchmal mit so konzentrierter Anlehnung am Zügel gegangen und ist derart erhaben und raumgreifend getrabt, dass sich manch Großer eine Scheibe von ihm abschneiden konnte. Auf die teilweise doch ziemlich abenteuerlichen und wilden Ausritte, die wir miteinander hatten, will ich lieber nicht näher eingehen. Sogar Rückblickend wird mir da noch angst und bange. Nachmachen wird von mir ausdrücklich nicht empfohlen. Trotzdem bleibt es unbestritten, dass wir bei diesen Ausflügen sehr viel Spaß hatten. Und auch als ich zu groß wurde um ihn zu reiten, war unsere gemeinsame Zeit noch lange nicht vorbei. Was haben wir für  wundervolle Spaziergänge miteinander erleben dürfen, bei denen Mäxchen mir ohne Führstrick brav gefolgt ist bzw. ich ihm. Natürlich blieb es auch nicht aus, dass Mäxchen das ein oder andere Mal schon deutlich vor mir zum Ponyhof zurückkam. Aber das war halt Mäxchen und damit musste man nun mal bei ihm rechnen! Sonst wäre es nicht Mäxchen.

 

Ich kenne auch kein anderes Pony, das so gelehrig ist wie unserer Max. Sinnvolles aber auch jede

Menge Unfug lernte er in rasanter Geschwindigkeit, angefangen vom Guten-Tag-Sagen bis hin zum

Steigen auf Kommando. Auch die eine oder andere Bockspring-Übung hat er geduldig über sich

ergehen lassen.

 

Außerdem war Max in ein großer Kämpfer. Besonders in seinen jungen Jahren hatte er mehr als einmal gesundheitlich schwer zu kämpfen und jedes Mal hat er sich unglaublich tapfer wieder aufgerappelt. Als ihn einmal sogar die Ärzte in der Klinik aufgegeben hatten, weil er so schwach war, dass er nur noch lag, stand er am nächsten Morgen wie durch ein Wunder wieder auf und es ging fortan bergauf.

 

Dass Mäxchen mich gemeinsam mit seinem Kumpel Berni auf meiner Konfirmation besucht hatte, war Ehrensache. Und natürlich blieb auch ein kleiner Galopp im schicken Kleidchen und ohne Sattel nicht aus. Mäxchen und Berni waren die Stars der Feier und genossen es sichtlich.

 

Auch wenn ich Mäxchen später als Erwachsene irgendwann nicht mehr so häufig gesehen habe, war er stets an einem ganz besonderen Platz in meinem Herzen und wird es auch immer bleiben. Es macht mich unendlich glücklich, dass sogar meine Töchter Mäxchen erleben, reiten, putzen und liebhaben durften. Das erste Mal saßen sie bereits als Babys auf seinem Rücken, seit fast eineinhalb Jahren ist meine jüngere Tochter Max regelmäßig geritten, während meine ältere Tochter ihn im Anschluss auf Hochglanz gewienert hat. Auch bei ihnen hat er mit seiner besonderen Art und seinem einzigartigen Charakter ganz schnell einen Platz in ihren Herzen eingenommen.

 

Einige sagen, Mäxchen habe sie das Fürchten gelehrt. Mich hat Max jedoch das Lieben gelehrt,

gefürchtet habe ich ihn nie!

 

Mäxchen, du wirst immer in meinem Herzen sein!

 

Lena

 

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